Künftiges Schicksal der insolventen Bast-Bau-Gruppe ist noch ungewiss
Handelsblatt, 22.01.2001 - pbl Düsseldorf
Trotz des laufenden Insolvenzverfahrens ist das Übernahmeinteressente an der Bast-Bau-Gruppe groß. Dies bestätigen die Insolvenzverwalter Hans Runkel und Michael Schmidt-Modrow. Stark interessiert an einer Übernahme der gesamten Gruppe oder Teile von ihr ist das Bauunternehmen Kurt Zech GmbH, Bremen, das derzeit fünf Niederlassungen betreibt und über Bast seinen Einstieg nach Nordrhein-Westfalen sucht. "Die Gespräche mit den Insolvenzverwaltern", so Kurt Zech auf Anfrage, "dürften bis Februar abgeschlossen sein." Die beiden Insolvenzverwalter setzen dagegen auf eine selbstständige Fortführung der Baugruppe und sehen für eine Veräußerung keinen Anlass.
Gleichwohl habe das Unternehmen noch viele Probleme. So seien noch nicht alle Baustellen wieder geöffnet. Material, das nach der Insolvenz von den Baustellen genommen worden sei, müsse erst beschafft werden, bestätigte Schmidt-Modrow. Erst Ende März könne voraussichtlich überall wieder gearbeitet werden. Auch seien noch keine Käufer für die Wohnungen gefunden worden, für die es Preisnachlässe gibt. Der Verkauf dürfte mit Blick auf die Streichung von Mietgarantien und dem generellen Wegfall der Steuersparmöglichkeiten auch künftig schwer werden.
Inzwischen machen die Investoren mobil. Unter der Führung des Fachanwaltes für Insolvenzrecht, Rainer Linde, Bremen, hat sich die "Interessengemeinschaft Anleger Bast-Bau- Gruppe" mit Sitz in Neu-Ulmer in der Rechtsanwaltskanzlei Zimmer & Partner gebildet. Sie will Anfang Februar, zur Eröffnung des Insolvenzverfahren, geschlossen vor den Gläubigerausschuss treten. Angeschlossen haben sich bisher, so die Interessengemeinschaft in einer Erklärung, Wohneigentümergemeinschaften aus Bochum, Düsseldorf und Köln. Sie sehen sich nach eigenen Angaben vom Insolvenzverwalter "ungerecht behandelt und zum Teil falsch informiert". Auch bemängelt die Interessengemeinschaft die Intransparenz der Tätigkeiten der Insolvenzverwalter.
Um die Rechte der Kapitalanleger einzufordern, erwäge man derzeit rechtliche Schritte gegen die beteiligten Banken. Die Anleger seien von den Instituten nicht rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht worden, dass viele Bauvorhaben zu hoch belastet worden seien, so der Vorwurf. In einigen Fällen kläre man einen Anspruch auf Rückabwicklung.
Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Wuppertal gegen drei Geschäftsführer von Bast-Bau sowie den Ex-Generalbevollmächtigten Klaus Cramer wegen Betrug, Unterschlagung und Untreue.
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