Durchsuchung bei Fastnet Radio AG -
wertlose Aktien ausgegeben
Hamburg, den 16.03.2006
Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Hamburg haben am 20.12.2005 die Geschäftsräume und Privatwohnungen von drei Tatverdächtigen in Hamburg, Düsseldorf und Kaarst durchsucht. Die ehemaligen Vorstände der „Fastnet Radio AG“ stehen im Verdacht, wertlose Aktien im großen Stil ausgegeben zu haben.
Die Behörde führt seit Mitte letzten Jahres ein Ermittlungsverfahren gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder Helmut Gruttmann und Sigrid Harbach sowie den Verkaufsleiter Trumm aus Düsseldorf. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, seit 2004 Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung zu einem Kurs von 260,00 € pro Aktie ausgegeben zu haben, deren Durchführung aber nicht im Handelsregister eingetragen ist. Außerdem sollen die Anleger mit geschönten Zahlen zum Aktivvermögen getäuscht, unberechtigt Provisionen kassiert und Aktien entwendet worden sein. Weiterhin würde mit einem angeblich anstehenden Börsengang des Unternehmens geworben, der nicht erfolgt ist..
Nach Erkenntnissen des LKA dürften die Aktien ab der lfd. Nr. 48404 betroffen sein. Die genaue Zahl der Geschädigten ist noch unklar. Diese könne sich zwecks weiterer Informationen an RA.
Peter Hahn von HRP Rechtsanwälte wenden. Nach den diesen vorliegenden Informationen handelt es sich bei dem Verkaufsteam um die Herren Trumm und Gertischke um „gute Bekannte“ aus der Düsseldorfer Warenterminbranche.
Die Fastnet Radio AG hat beim Amtsgericht Hamburg am 17.01.2006 Insolvenzantrag gestellt. Das vorläufige Insolvenzverfahren ist dort unter der Geschäfts-Nr. 67 aIN 17/06 anhängig. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist RA. Titz, Speersort 4 - 6, 20099 Hamburg. Aller Voraussicht nach wird das Insolvenzverfahren in der nächsten Woche eröffnet. Es ist nur mit einer - wenn überhaupt - sehr geringen Quote zu rechnen.