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Immobilienfonds CAM geht Pleite

Financial Times Deutschland, 24.02.2006

Die Pleite des geschlossenen Immobilienfonds der CAM Grundstücksverwaltung GmbH & Co KG versetzt der Glaubwürdigkeit der Branche einen weiteren Schlag. Die Fondsgesellschaft, die seit 1978 Eigentümerin des Turmcenters in Frankfurt ist, hat auf eigenen Antrag Insolvenz angemeldet.

Für den 1998 platzierten Fonds läuft seit vergangener Woche das Insolvenzverfahren. Als Insolvenzgrund wurde von der Gesellschaft die Kündigung des Hauptmieters Ernst & Young zum Jahresende 2005 angeführt. Kreditverbindlichkeiten von rund 85 Mio. Euro steht ein Immobilienwert von nur noch 40 Mio. Euro gegenüber. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung waren Ende der 90er Jahre von rund 470 Anlegern fast 30 Mio. Euro eingesammelt worden.

Die Pleite des geschlossenen Immobilienfonds stellt keinen Einzelfall dar. Jedes Jahr gehen von rund 6000 Immobilienfonds zwei bis drei Dutzend pleite. Viele Anleger, die in den 90er Jahren aus Steuerspargründen in diese Fonds investiert hatten, stehen mittlerweile vor einem Scherbenhaufen. Bei einigen Fonds waren die Prognosen zu optimistisch - was dazu führte, dass die Ausgaben nicht mehr durch die Mieteinnahmen gedeckt werden konnten.

Erst 2005 sorgte die Schieflage der Falk-Fonds für Aufregung. Die 29.000 Anleger, die mehr als 3,2 Mrd. Euro in die 80 Falk-Fonds gesteckt hatten, müssen mit einem Totalverlust rechnen. Dazu kommen noch etwaige Nachschusspflichten.

Ausschüttungen müssen möglicherweise zurückgezahlt werden

Ist der Fonds in der Rechtsform einer KG organisiert, so haften die Anleger zwar nur mit der Höhe ihrer Einlage. Allerdings kann es passieren, dass die Investoren die erhaltenen Ausschüttungen zurückzahlen müssen, wenn diese nicht aus Überschüssen erfolgten.

Im Fall des insolventen CAM-Fonds äußerte sich Fondsanalyst Stefan Loipfinger bereits 1998 skeptisch. Er kritisierte Wirtschaftlichkeit, Kaufpreis sowie Fehler im Prospekt. Anlegeranwälte werfen dem Fondsinitiator Philipp Kreuzer sogar Kapitalanlagebetrug vor. "Der Kernpunkt ist, dass es bereits bei der Kapitalerhöhung eine Verschuldung gegeben hat", sagte Petra Brockmann von der Kanzlei Hahn, Reinermann & Partner (HRP), die Geschädigte des CAM- und auch Falk-Fonds vertritt.

Das Fazit des von HRP beauftragten Sachverständigen fällt vernichtend aus: "Die Gesellschaft war vor der Kapitalerhöhung nicht nur horrend überschuldet, sie konnte auch den Kapitaldienst an die Bank sowie die Bewirtschaftungskosten nicht mehr aufbringen und war damit auch faktisch zahlungsunfähig."

Die Zahlungsunfähigkeit sei nur durch die Kapitalerhöhung vorübergehend verhindert worden. Darüber hinaus habe Kreuzer Entnahmen in Höhe von rund 48 Mio. Euro getätigt und die Einlage von rund 10 Mio. Euro nicht erbracht.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Josef Nachmann bestellt. Nachmann wollte sich noch nicht zu dem Fall äußern. Die Aufarbeitung der Insolvenz dürfte sich schwierig gestalten, da Kreuzer Anfang Januar 2006 in seinem Anwesen in Südfrankreich verstorben ist. Auch Horst Eisenmann, Geschäftsführer der CAM Grundstücksverwaltung GmbH, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er sei für einige Tage verreist, heißt es aus seinem privaten Umfeld.



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