Anders als deutsche Lebensversicherungen können britische Policen bis zu 100 Prozent in Aktienkapital investiert sein. Mit dem Einbruch des britischen Aktienindex FTSE-All Share im Laufe des Jahres 2008 um annähernd 45 Prozent sind auch die Lebensversicherungen massiv in ihrer Performance betroffen. 2008 waren durchschnittlich mehr als ein Drittel der Deckungsstöcke der With-Profit-Funds in Werte dieses Index investiert. Dementsprechend mussten beispielsweise die Funds der fünf großen Versicherer Standard Life, Prudential, Legal & General, Friends Provident und Avia Norwich Union im Jahre 2008 Verluste zwischen 10,2 Prozent (Standard Life) und 19,7 Prozent (Prudential) hinnehmen.
Für den Lebensversicherungsfonds König & Cie. 40 Britische Leben GmbH & Co. KG heißt es im Geschäftsbericht 2008, dass sich derzeit keine Erlöse oberhalb der aktuellen Rückkaufswerte aus dem Handel mit Policen mit längerer Restlaufzeit erzielen lassen. Aufgrund der im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 von den Versicherern vorgenommenen Senkungen der Rückkaufswerte steht der Gesellschaft Ende 2009 noch nicht wieder genügend Liquidität zur Verfügung, um die prospektierte Ausschüttung an die Anleger vornehmen zu können. Bis zum 31.12.2009 waren 20 Prozent Ausschüttungen prospektiert. Tatsächlich sind lediglich vier Prozent für das Geschäftsjahr 2008 gezahlt worden. Um die Liquidität zur Zahlung der zu bedienenden Kosten, beispielsweise für Fremdkapital und Prämien, in 2010 generieren zu können, bedarf es nach Angaben der Geschäftsführung einer deutlichen Steigerung der Rückkaufswerte.
Zur Einhaltung der Beleihungsbedingungen mussten bereits 2009 153 Versicherungen im Gesamtwert von 2,561 Millionen Pfund an die Versicherungen zurückgegeben werden.
Von Hahn Rechtsanwälte werden bereits mehrere Gesellschafter des Fonds vertreten, die Schadensersatzansprüche gegenüber den beratenden Kreditinstituten bzw. dem Beratungsunternehmen geltend machen.