Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

auf die Anleger offener Immobilienfonds wartet ein „heißer Herbst“: Bei mehreren Fonds endet die Aussetzung im Oktober 2010. Dann könnte sogar die Abwicklung des einen oder anderen Fonds drohen. Wer seine Anteile im September 2007 erworben hat, muss jetzt schnell handeln, denn spätestens in drei Jahren ab Kauf der Anteile läuft die Verjährungsfrist aus.  Nicht viel besser ist die Situation bei den leasingähnlichen Medienfonds: Hier fordern die Finanzämter Steuern in Millionenhöhe nach– mit sechs Prozent Zinsen!  Und auch bei Lebensversicherungsfonds sind wegen zu optimistischer Kalkulation der Fonds-Emittenten teils erhebliche Verluste zu verzeichnen. Positiv schlägt dagegen zu Buche, dass Gerichte immer häufiger Anlegern Schadensersatz zusprechen. Vor allem bei DG-Fonds gab es in den vergangenen Wochen mehrere positive Urteile – meistens wegen verschwiegener Provisionszahlungen und fehlerhafter Prospekte. Mit Informationsveranstaltungen zu Medienfonds und Lebensversicherungsfonds wollen wir Investoren im September und Oktober über rechtliche Möglichkeiten informieren.

Viel Spaß beim Lesen!
Peter Hahn, M.C.L.         Dr. Petra Brockmann

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Die Themen


Morgan Stanley P2 Value: Vorsicht, Verjährung!

Anleger beim offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value haben eigentlich schon genug Probleme: Der Fonds ist noch bis 30. Oktober geschlossen, danach ist mit der Abwicklung zu rechnen. Die Anteile haben derzeit einen Wert von etwa 21 Euro – das bedeutet mehr als 50 Prozent Verlust. Aber jetzt droht auch noch die Verjährung. „Viele Anleger wissen nicht“, so Fachanwalt Peter Hahn, „dass es sich hier um Wertpapiergeschäfte handelt, die unter die Verjährungsvorschrift des Paragraphen 37 a Wertpapierhandelsgesetz alter Fassung fallen.“ Anleger, die ihre Anteile im September 2007 erworben haben, müssen daher sofort handeln!  
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DG-Fonds Nr. 36: OLG Stuttgart verurteilt Südwestbank AG
Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilte die Südwestbank AG zu Schadensersatz von rund 29.000 Euro plus Zinsen an einen Anleger, der sich 1995 am DG-Fonds Nr. 36, „Seniorenresidenz Oberursel“, beteiligt hatte. Die Bank sei ihrer Pflicht nicht nachgekommen,  den Anleger über die Höhe der Rückvergütung für die Vermittlung der Beteiligung aufzuklären. „Diese Argumentation lässt sich auf sämtliche DG-Fonds anwenden, so dass sich auch Anleger anderer Fonds darauf stützen könnten“, erklärt Dr. Petra Brockmann von hrp. Das Urteil wurde bei hrp von Rechtsanwalt Theo Wiewel erstritten.
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DG-Fonds Nr. 35: Gericht rügt erneut Prospektfehler
Bereits das Oberlandesgericht Frankfurt a. M. hatte im vergangenen Jahr die DZ Bank AG wegen Prospektfehler beim DG-Fonds 35 zu Schadensersatz verurteilt. Jetzt bestätigte auch das Landgericht Frankfurt a.M. in einem weiteren Fall (Aktenzeichen - 2-21 O 258/09 -), dass der Prospekt die Mietbürgschaft falsch darstellt und verurteilte die DZ Bank AG und die beratende Bank Bad Waldseer Bank eG zu Schadensersatz. Den Prospektfehler hätten die Berater gegenüber dem Anleger korrigieren müssen. Ein richtungsweisendes Urteil, denn demnach haben Bankberater eine umfassende Prüfungsverpflichtung! Das Verfahren wurde von hrp-Anwalt Marc Mumm geführt.
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Macron Medienfonds: Gute Aussichten auf Schadensersatz
Für die Anleger des Medienfonds Macron Filmproduktion GmbH & Co. Projekt 1 KG kommt es knüppeldick: Aufgrund der Schuldübernahme durch die Dresdner Bank AG und die Lehman Brothers Bankhaus AG nehmen die Finanzbehörden eine steuerliche Aktivierung des Barwertes der schuldübernommenen Zahlungen vor und fordern dementsprechend Steuern nach. Aufgrund der Insolvenz der Lehman Brothers Bankhaus AG fehlen dem Fonds zudem Lizenzeinnahmen. Der Einlagensicherungsfonds der Bundesverbandes deutscher Banken e.V. lehnte es ab, dafür einzustehen und erhielt jetzt Unterstützung vom Landgericht Berlin. Anlegern drohen daher Verluste von rund 50 Prozent. Hrp vertritt bereits mehrere Gesellschafter des Fonds. Wegen verschwiegener Kick-Back-Zahlungen und unzureichender Risikoaufklärung zum Steuer-Problem gibt es gute Erfolgsaussichten auf Schadensersatz.
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Neue Veranstaltungen: LV-Fonds und Medienfonds
Zwei unterschiedliche Fonds-Klassen stehen im Mittelpunkt der beiden nächsten Veranstaltungsreihen im September und Oktober: Lebensversicherungsfonds und leasingähnliche Medienfonds.

Lebensversicherungsfonds: Stuttgart (10.9.), München (11.9.), Köln (17.9.), Frankfurt (18.9.), Berlin (24.9.), Hamburg (1.10.)

Leasingähnliche Medienfonds: Berlin, (2.10.), Hamburg (4.10.), Stuttgart (7.10.), München (8.10.), Frankfurt (9.10.)

Anmeldungen sind über die hrp-Homepage möglich.
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Die nächste Ausgabe von hrp aktuell erscheint Ende September 2010

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